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Die Untersuchung der Hämorrhoiden Das Hämorrhoiden - TabuFür den mit Hämorrhoidalleiden beschäftigten Arzt ist es immer wieder erstaunlich, wie groß die Scheu der Leute ist, über Beschwerden des Enddarmbereiches zu sprechen oder sich gar untersuchen zu lassen. Dabei ist diese Gegend genau so wenig schmutzig wie die Mundhöhle, Hände und Füße oder eine andere Körpergegend. Die jährliche Untersuchung beim Frauenarzt ist für die meisten Frauen selbstverständlich, der Gang zum Urologen mit der Abtastung der Prostata genauso für den Mann. Insbesondere für den Arzt ist diese Gegend genauso wenig peinlich wie Zehen, die auf einen Nagelpilz untersucht werden sollen. Das Erheben der Krankengeschichte und die Untersuchung des Analbereiches sind vollkommen normale Tätigkeiten und genauso wenig "peinlich" wie sonst eine Untersuchung oder Behandlung. Dieses Tabu führt dazu, dass viele Patienten nicht nur über Wochen sondern über viele Monate, zum Teil auch über viele Jahre hilflos unter Schmerzen, Juckreiz im Analbereich leiden, unter Umständen sogar eine Analblutung nicht rechtzeitig abklären und somit das Risiko eines in späteren Stadien nicht mehr ausreichend behandelbaren Darmkrebses in Kauf nehmen. Hämorrhoiden dürfen kein Tabu sein!Die Erhebung Ihrer BeschwerdenZu Beginn Ihres Besuches wird der Arzt Ihre Beschwerden erheben: Häufigkeit und Beschaffenheit des Stuhlgangs, Schmerzen, Juckreiz, Druckgefühl, Blut im oder am Stuhl oder am Toilettenpapier.Die Untersuchung der Hämorrhoidenbesteht in erster Linie in der genauen Inspektion des Afters: bestehen übermäßige Faltenbildungen, ein Trichterafter, Entzündungen? Die Untersuchung kann sehr diskret erfolgen.Besonders diskret ist die Seitenlage: der Patient liegt seitlich auf der Untersuchungsliege, winkelt die Knie an und schiebt das Gesäß an den seitlichen Rand der Untersuchungsliege. Eine andere Möglichkeit ist die Untersuchung auf dem auf gynäkologischen Stuhl oder die Knie-Ellbogen-Lage :der nach vorne gebeugte Patient stützt sich auf den Unterarmen und Unterschenkeln auf der Untersuchungsliege auf und streckt das Gesäß nach oben. Die Palpation = Austastung des EnddarmesAnschließend erfolgt die Austastung mit dem Finger: Palpation: Auf den Zeigefinger der behandschuhten Hand gibt der Arzt etwas Gleitgel und tastet vorsichtig in einer kreisenden Bewegung den Enddarm aus. Dies erfolgt in erster Linie zum Ausschluss von Wucherungen, die eventuell auf einen Darmkrebs hinweisen könnten, auch zum Erfassen von harmlosen Polypen. Sollte diese Untersuchung schmerzhaft sein, besteht der Verdacht auf einen Einriss der Darmschleimhaut (dann ist auch der Stuhlgang schmerzhaft!). In diesem Fall wird die Untersuchung meistens abgebrochen und umgehend eine Behandlung dieser schmerzhaften Analfissur in die Wege geleitet (siehe unten).Das ProktoskopDie weitere Untersuchung erfolgt mit dem Proktoskop": Ein Edelstahlrohr von ca. 10 cm Länge und Fingerdicke, das vorne eine gerundete Metallkuppe trägt, die das Hineingleiten in den After mittels Gleitgel meistens vollkommen schmerzlos, wenn auch etwas ungewohnt und vielleicht unangenehm gestaltet. Mit diesem Rohr kann der Enddarm durch eine vordere oder seitliche Öffnung vom Arzt genau eingesehen werden. Es lassen sich Polypen, Entzündungen, Hämorrhoiden genau beurteilen. Eine eventuelle Verödung oder Gummibandligatur kann umgehend erfolgen, ohne neuerliches Einführen des Proktoskops.
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