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© 2005 | dr. paul sietzen |
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Die Analfissur, ein Einriss im Bereich der Analhaut die längs von innen nach außen zieht, führt zu starken Schmerzen, insbesondere beim Stuhlgang. Dieser Schmerz führt zu einer Scheu vor der Darmentleerung mit der Folge einer Verstopfung, sodass die folgenden Stuhlgänge umso schmerzhafter werden. Es kommt zu einem Teufelskreis: harter Stuhlgang - Einriss - Schmerzen - Verkrampfung des Schließmuskels mit verminderter Gewebedurchblutung - schlechte Abheilung des Einrisses - Verhalten des Stuhls und Verstopfung - harter Stuhl usw.. Durch diesen Teufelskreis können die an sich harmlosen aber extrem schmerzhaften Fissuren über viele Wochen, manchmal Monate nicht abheilen.Die Behandlung der Analfissurzielt auf einen weicheren Stuhl, Schmerzfreiheit und eine Entspannung der verkrampften Schließmuskeln ab: Vorübergehend kann ein Abführmittel somit günstig sein (nicht auf Dauer!), schmerzlindernde Salben, eventuell auch eine Unterspritzung mit einer betäubenden Flüssigkeit (Anästhetikum) führt zu einer Entspannung der verkrampften Muskeln.Der AnaldehnerEin sehr erfolgreiches Hilfsmittel, die Verspannung des Schließmuskels zu beheben und somit die Abheilung der Fissur zu begünstigen, ist der sogenannte "Analdehner". Es handelt sich um ein konisches Kunststoffstäbchen, das mit einem Gleitmittel in den After in entspannter Seitenlage mit angewinkelten Knien eingeführt wird und über 5-10 Minuten zweimal (wenn möglich dreimal) täglich belassen wird. Durch behutsames Einführen bis an die Schmerzgrenze lässt sich so der verspannte Muskel dehnen und Verspannungen lassen sich lösen. Stark konisch geformte Analdehner sollten anfangs nur gering, später tiefer in den After eingeführt werden. Andere Fabrikate bestehen aus einem Analdehner mit kleinerem Durchmesser, der anfangs benutzt, und einem größeren Analdehner, der in der Folge eingeführt wird, wenn der feinere Analdehner problemlos vertragen wird. Diese Behandlung ist genauso banal und schmerzlos wie hocheffektiv. Innerhalb von 1 bis wenigen Wochen heilen die meisten Analfissuren ab. Sollte der Schließmuskel langfristig zu Verkrampfung und zu Verengung neigen, ist ein zwischenzeitliches Training ein- bis zweimal pro Woche günstig, um neue Fissuren zu verhindern
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