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Die medizinischen Kompressionsstrümpfe

Kompressionsstrümpfe haben in der Behandlung des Lymphoedems und des Lipoedems ihren Stellenwert in der Erhaltung des durch Bandagen erreichten Erfolges. Sie ersetzen diese nicht! U.U. können sie aber als Stütze für die Bandagen dienen (s.unter Bandagen).

Genauso wie die Stützstrümpfe sind auch die medizinischen Kompressionsstrümpfe heutzutage keine hässlichen klobigen Ummantelungen der Beine mehr. Durch die Einführung der Mikrofasern haben sie die Optik von blickdichten normalen Strumpfhosen, sind luftdurchlässig, schmiegen sich dem Bein fein an und sind komfortabel zu tragen. Die Belastung durch die Strümpfe beschränkt sich weitgehend auf das morgendliche Anziehen, das bei einiger Übung aber auch kein Problem darstellt. Zudem bietet die Industrie verschiedenen Anziehhilfen (s. u.) , die die Prozedur ganz wesentlich vereinfachen.

Welche Aufgaben kann der Kompressionstrumpf erfüllen?

Am frühen morgen vor dem Aufstehen oder nach der Hygiene angezogen kann der Strumpf eine stärkere Schwellneigung über einen Teil des Tages oder über den ganzen Tag verhindern. Rückbilden kann der Strumpf Schwellungen nicht wesentlich beim Lymphoedem und Lipoedem. Hierzu ist die Bandagierung, eventuell ergänzt durch Manuelle Lymphdrainage erforderlich.

4 Kompressionsklassen

mit verschiedenen Anlagedrucken gewährleisten eine differenzierte Versorgung bei leichten bis stärksten Beschwerden

  • Die Kompressionsklasse I

    bietet eine Anlagedruck von 18 bis 21 mm Hg oberhalb der Knöchel. Sie ist beim Lymphoedem und beim Lipoedem kaum angebracht

  • Die Kompressionsklasse II
    gewährleistet einen Druck von 25 bis 35 mm Hg oberhalb des Knöchelbereichs. Diese Strümpfe werden verordnet nach der Behandlungsphase zur erhaltung des erreichten Ergebnisses, wenn die Schwellneigung nicht sehr stark ist.
  • Die Kompressionsklasse III

hat einen Anlagedruck von 36 bis 46 mm Hg im Bereich der Fessel. Diese Strümpfe werden verordnet, wenn die Kompressionsklasse II nicht ausreicht für Beschwerdefreiheit, besonders bei langjährigen hochgradigen Leiden.

  • Die Kompressionsklasse IV übt einen Duck von 59 mm Hg oberhalb der Knöchel aus. Sie ist allerdings so fest, dass die Strümpfe nur sehr schwer anzuziehen sind.
Praktischer Hinweis:
Gummistrümpfe der Klassen III und iV sind sehr schwer anzuziehen. Den Kompressionsdruck der Klasse III erreichen wir durch das Übereinanderziehen von 2 Strümpfen je der Klasse I und der Klasse II. Die Klasse IV erreichen wir durch 2 Strümpfe der Klasse II. Dies hat nicht nur den Vorteil, dass die Strümpfe wesentlich leichter angezogen werden können, sondern auch einer größeren Flexibilität im Verlauf des Tages. So kann der Patient morgens beide Strümpfe anziehen. Wenn das Bein am Nachmittag unter den Strümpfen zu spannen beginnt, kann der 2. Strumpf ausgezogen werden und es bleibt immer noch der Druck eines Strumpfes erhalten.
Wie erhalte ich meine Kompressionsstrümpfe?
Da Kompressionsstrümpfe Teil eines ärztlichen Behandlungsplanes sind, sollten sie nach Untersuchung vom Arzt verordnet werden. Kompressionsstrümpfe sollten am entstauten Bein angemessen werden. Das bedeutet, dass oft vorher eine Bandagierung, eventuell unterstützt durch abschwellende Medikamente, notwendig sein kann. Um den gewünschten Anlagedruck am Bein zu erreichen, muss der Apotheker oder Bandagist die Beinumfänge messen.

Dann kann entweder ein Konfektionsstrumpf mit den richtigen Beinmaßen aus der Palette der verschiedenen Hersteller gewählt werden oder gelegentlich ist ein Maßstrumpf erforderlich, der bestellt und individuell hergestellt wird.

Die Anziehtechnik
Zu den Aufgaben des Verkäufers gehört es, den Kunden in der optimalen Anziehtechnik einzuschulen. Die verschiedenen Hersteller bieten zusätzlich diverse technische Anziehhilfen. Erkundigen Sie sich diesbezüglich, besonders wenn ein orthopädisches Leiden an Armen, Wirbelsäule, Hüften oder Knie Ihnen das Anziehen des Strumpfes weiter erschwert. Gummihaushaltshandschuhe erleichtern das Anziehen der Strümpfe ganz wesentlich, weil sie einen optimalen Griff gewährleisten, Weiters verhindern sie, dass die Srümpfe duch die Fingernägel beschädigt werden.

Gummikompressionsstrümpfe verlieren im Verlauf von Monaten einen Teil Ihrer Elastizität und müssen rechtzeitig ausgetauscht werden. Die österreichischen Krankenkassen ermöglichen alle 6 Monate eine Kassenverordnung.